Facebook und Co - soziale Netzwerke optimal nutzen

 

Facebook und Co -soziale Netzwerke optimal nutzen

 

Spätestens seit Microsoft für 240 Millionen Dollar 1,6% Anteile von Facebook gekauft hat, wird die Relevanz sozialer Netzwerke deutlich. Mittlerweile haben sich mehrere Plattformen etabliert und selbst weitgehend unbekannte Netzwerke gewinnen regional immer mehr an Bedeutung. Für viele Augenoptiker ist Marketing im Allgemeinen und Internetmarketing im Speziellen immer noch ein vernachlässigtes Thema. Fakt ist, wer sich den neuen Medien verschließt, verschenkt Potentiale und verliert langfristig den Anschluss an eine internetaffine Generation, für die das Netz eine 2. Heimat darstellt.

Der Sinn sozialer Netzwerke ist das Austauschen von Neuigkeiten, Klatsch und das Verlinken von realen und virtuellen Freunden. Nicht nur Fotos, sondern auch Videos und Musik können bewertet, kommentiert und mit anderen Nutzern geteilt werden. Was früher auf der Dorfbank besprochen wurde, ist heute ins Internet gewandert – in einem etwas größeren Stil. Mundpropaganda ist bekanntlich das glaubwürdigste und günstigste Werbemittel. Warum nicht Platznehmen auf der virtuellen Dorfbank, Neuigkeiten austauschen, Bilder kommentieren und zu einem kostenlosen Sehtest einladen?

Passende Netzwerke finden

Bevor es darum geht, wie soziale Netzwerke effektiv genutzt werden können, müssen erst einmal die passenden gefunden werden. Von den populärsten hat wahrscheinlich jeder schon einmal gehört. Facebook, Twitter und meinVZ. Da das Einzugsgebiet von Augenoptikern bekanntlich einem Umkreis von ca. 30 km entspricht, sollten auch erfolgreiche lokale Netzwerke einbezogen werden. Das Nachfragen bei Kunden, Mitarbeitern und vor allem Lehrlingen ist der einfachste Weg, die regional am meisten genutzten meistgenutzten Plattformen herauszufinden.

Soziale Netzwerke effektiv nutzen

Große Firmen können es sich leisten Spezialisten für die Internetpräsenz abzustellen. Für die meisten traditionellen Augenoptiker kommt diese Option nicht in Frage. Hier sind einige Tipps, den maximalen Effektbei minimalem, zeitlichen Einsatz zu erreichen:

1.Auf zwei bis drei Netzwerke beschränken. Die gebündelte Präsenz auf eine Plattform ist effektiver als ein „ab und zu mal vorbeischauen“ auf mehreren Seiten. Da die wenigsten Optiker die Zeit haben, um permanent aktiv zu sein, können verschiedene Web-Werkzeuge benutzt werden, um die Gegenwertigkeit auf Internetplattformen zu optimieren.

2.Planen Sie die Zeit für Netzaktivitäten. Um so viele Mitglieder wie möglich zu erreichen, ist es von Vorteil, an verschiedenen Tageszeiten aktiv zu werden. Räumen Sie den sozialen Netzwerken dieselbe Priorität wie dem übrigen Mailverkehr ein.

3.Es geht nicht nur um Werbung. Viele Geschäftsleute begehen den Fehler zu glauben, die gewählte Internetplattform dreht sich ausschließlich um sie. Deswegen klingt jeder Kommentar nach Werbung. Der Begriff „soziales Netzwerk“ besteht zur Hälfte aus „sozial“. Und das aus gutem Grund. Stellen wir uns wieder die Dorfbank vor. Ein Gesprächspartner erzählt ständig darüber, wie gut seine Tomaten schmecken. Er wird sehr schnell merken, wie unerwünscht seine Anwesenheit ist.

4.Geben ist seliger denn Nehmen. Welche Informationen könnten für Freunde, Kollegen und Kunden hilfreich sein. Dies muss nicht zwingend mit Augenoptik in Verbindung stehen. Soziale Medien drehen sich fast ausschließlich um Interaktionen. Geben Sie Informationen und zeigen Anteilnahme, wie Sie es auch im eigenen sozialen Umfeld tun.

5.Webtools nutzen. Die meisten Netzwerke wie Facebook und meinVZ geben die Möglichkeit eigene Gruppen zu gründen und anderen beizutreten. Eine gute Gelegenheit potenzielle Kunden und Sympathisanten anzusprechen. Neben nützlichen Informationen, wie z.B. Pflegehinweise für Kontaktlinsen, können von Zeit zu Zeit auch spezielle Angebote und Aktionen beworben werden. Eine Vielzahl von Werkzeugen vereinfacht das Arbeiten mit sozialen Netzwerken. Dies spart Zeit und Nerven. Nachdem die Grundfunktionen beherrscht werden, sollte diese Hilfe in Erwägung gezogen werden.

Beziehungen aufbauen

Wer soziale Medien als reines Akquiseinstrument für Kunden versteht, unterschätzt deren Möglichkeiten bei weitem. Sie können nicht nur Ihr Image als Gleitsicht- oder Kontaktlinsenspezialist verbessern, sondern geben auch Gelegenheit über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Diese möglichen Kategorien der Kontaktaufnahme sollten in jedem Falle in Betracht gezogen werden.

Kunden. Neulinge sind oft geblendet von der riesigen Anzahl an Kontakten, die soziale Netzwerke mit sich bringen können. Es ist schon richtig, mit ausgewählten Strategien lässt sich in kurzer Zeit eine hohe Anzahl an Kontakten generieren. Ein Kontakt ist aber noch kein Sympathisant und noch lange kein Kunde. Es ist effektiver, einhundert virtuelle Freunde zu besitzen, die sich für das Geschäft und die Dienstleistung interessieren, als tausend Kontakte, denen es völlig egal ist, was Sie zu sagen haben.

Mitarbeiter. Gutes Personal ist schwierig zu finden. Gerade wenn kurzfristig Bedarf  besteht, kann ein solides Netzwerk die geeigneten Leute zu Tage fördern.

Geschäftspartner. Neben Kundenakquise und Mitarbeitergewinnung können natürlich auch Geschäftspartner gefunden werden. Warum nicht mit lokalen Gewerbetreibenden in Verbindung treten und gemeinsame Kundenevents veranstalten? Wie wäre es, den Einkauf mit anderen Optiker-Kollegen zu bündeln und damit kosteneffizienter zu gestalten. Soziale Netzwerke geben die Möglichkeit formlos und unkompliziert anzufragen. Erfahrungsgemäß sind Nutzer von Internetplattformen gegenüber Kooperationen überdurchschnittlich aufgeschlossen.

Achtung: Spam!

Es kann nicht oft genug betont werden: Unerwünschte Werbung ist im Internet zu einem ernsten Problem geworden. Ist das Vertrauen einmal verspielt, wird es schwer, den Ruf wieder gerade zu biegen. Aufdringliche Nutzer werden schnell geblockt. Die Dosis macht das Gift. Werbebotschaften sollten sorgfältig und dezent eingesetzt werden. Interaktion mit den Mitgliedern des Netzwerkes ist der Schlüssel zum Erfolg. Hier muss der Schwerpunkt liegen. Der Rest passiert automatisch. Die Nutzer werden Ihr Profil und Ihre Webseite besuchen. Wer sich im eigenen Netzwerk als unkomplizierter Fachmann etabliert, ist auch die erste Anlaufstation, wenn es um das Thema Augenoptik geht.

Authentisch und entspannt

Menschen möchten mit Menschen sprechen, nicht mit Firmen. Seien Sie authentisch und als Person zu erkennen. Gerade im Internet sollten alle vertrauensschaffenden Maßnahmen genutzt werden. Dazu gehört ein Foto genauso wie die persönliche Meinung. Selbstverständlich immer leicht und umgänglich. Statusnachrichten, wie „Wollte gerade joggen gehen, ist mir aber irgendwie zu kalt heut.“, scheinen auf den ersten Blick als belanglose Bagatellauskunft, machen aber deutlich, dass ein Mensch aus Fleisch und Blut hinter dem Rechner sitzt. In dieser Art von Nachrichtenfluss können dann auch Meldungen, wie „Gerade ist die neue Sonnenbrillenkollektion reingekommen, schaut vorbei und sucht Euch Euer Lieblingsmodel aus.“ auftauchen.

Gute Kontakte aufzubauen, benötigt immer Zeit und Ausdauer. Wer auf kurzfristigen Profit hofft, wird mit Sicherheit enttäuscht. Das Bewegen auf sozialen Plattformen erfordert genauso viel Fingerspitzengefühl, wie im realen Leben. Neben der Mitgliedschaft in sozialen Netzwerken sollte jeder Unternehmer eine eigene Internetseite besitzen. Was es hierfür zu beachten gibt und wie Google diese Seite am besten finden kann, wird in der nächsten Ausgabe besprochen.





Photo: Spencer E Holtaway

von Stefan Wabner, Erschienen im Focus 01/2010

 
 

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